Energieinstitut Hessen
Energieinstitut Hessen

Informationen zu den Brandfällen an gedämmten Fassaden

Den Hintergrund von Gebäudebränden kann man nur richtig erkennen, wenn man Informationen über typische Brandverläufe von Gebäuden hat. Diese fehlen in unserer Gesellschaft fast völlig. Gerne werden dafür stattdessen einzelne Materialien, wie z.B. das "Holzhaus" oder "der Dämmstoff" verantwortlich gemacht. Wußten Sie z.B., dass es nicht häufiger brennen wird, wenn wir mehr Holzbauten oder mehr gedämmte Bauten haben? Denn die Brandursachen sind: Kurzschlüsse, menschliches Fehlverhalten, Fehlfunktionen technischer Einrichtungen, Vandalismus usw. Die vermehren sich nicht, es brennt fast konstant 180.000-mal pro Jahr in Deutschland. Und wußten Sie, dass an der Fassade des Londoner Grenfell Tower kein Polystyrol verbaut war, obwohl diese Behauptung der Frankfurter Berufsfeuerwehr von allen abgeschrieben wurde, ohne Recherche? Das Bild zeigt den im unteren Gebäudebereich des Grenfell Tower fast unzerstörten Dämmstoff PIR (Polysisocyanurat). Dort, wo der Brand entstand, ist seine Beteiligung an der Brandweiterleitung gering. Informationen hierzu gab es nirgendwo, stattdessen wurde in Deutschland erneut eine beschämende Debatte püber den Dämmstoff Polystyrol angefacht.

Pressemeldung Grenfell Tower
Die bisher vorliegenden Kommissionsberichte zum Grenfell Tower entlasten den Dämmstoff. Die Brandweiterleitung über die Fassade geht auf die Wetterschutzplatten zurück und war ein Teil eines komplexen inneren und äußeren Brandgeschehens. Trotzdem behauptet ZDF-INFO immer noch in seinem Film "Todesfalle Hochhaus" das Gegenteil und übersetzt zum "Beleg" den interviewten englischen Brandexperten Tarling falsch. Wann hört das mal auf in den deutschen Medien?
PM Grenfell Tower Bericht Kommission.pdf
PDF-Dokument [74.0 KB]
Brandereignisliste WDVS: Bewertung
Das "Energieinstitut-Hessen" hat hier eine Bewertung der 108 Brandfälle in der "Brandereignisliste WDVS" der Feuerwehrverbände vorgenommen (Sept. 2017). Das verblüffende Ergebnis: 73 % der Einträge sind Bagatellfälle oder Fehleinträge. Es verbleiben 1,8 kleinere und größere Brandfälle pro Jahr, bei denen ein WDVS aus Polystyrol mitgebrannt hat, das sind nur 0,01 Promille aller jährlichen Brände.
Brandereignisliste wdvs - ei.pdf
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Brandfall Grenfell Tower - falscher Dämmstoff beschuldigt
Brand Grenfell Tower.pdf
PDF-Dokument [29.9 KB]

Ein Brandschutzsachverständiger hat den Mut, seine damaligen Aussagen zum Polystyrol am Grenfell-Tower zurückzunehmen.

https://www.facebook.com/brandwende/videos/1538330259584979/

  • Artikel im "Gebäudeenergieberater" zum Brand des Grenfell-Tower
Zimmerbrände nie unterschätzen: Brand eines Weihnachtsbaumes
80 % der Brände sind Zimmerbrände. Eine kleine schottische Kiefer im Wohnzimmer setzt innerhalb von 15 Sekunden die Einrichtung in Brand. Die Geschwindigkeit von Bränden wird immer unterschätzt.
tree_fire.mpeg
MPEG Video-Datei [4.5 MB]
Ernst Achilles 1990 zum Verlauf von Hochhausbränden mit ungedämmten Fassaden
Fassadensymposium E. Achilles 1990.pdf
PDF-Dokument [4.8 MB]
Lehrreiches zu Brandverläufen - Vortrag Dipl.-Ing. Ingo Kotthof
Hessischer Energieberatertag-2012 Frankf[...]
Microsoft Power Point-Präsentation [57.1 MB]
Berliner Brandfall 2005 Bericht Feuerwehr Berlin
Brandschutz Berliner Brandfall 2005.pdf
PDF-Dokument [4.8 MB]
Brandursachen
Brandursachenstatistik ifs 2010.pdf
PDF-Dokument [25.5 KB]
Hessen Brandstatistik LT-Drucksache
Hessen Brandstatistik Landtag.pdf
PDF-Dokument [149.0 KB]
Prof. Winter Brandschutz im Holzbau
Prof. Winter zeigt, dass nicht das Baumaterial die Brandhäufigkeit bestimmt, sondern die Brandursachen durch menschl. Fehlverhalten, Kurzschluss usw. immer dieselben sind. Die Anzahl der Brände erhöhen sich nicht durch Holzbauten, ihr Verlauf hingegen ist anders und muss und kann beherrscht werden.
Brandschutz_im_Holzbau.pdf
PDF-Dokument [447.9 KB]
Prof. Schneider Brandschutz in Massiv- und Holzbau
Schneider Brandschutz-Studie AU.pdf
PDF-Dokument [1.8 MB]
BT-Anfrage Brandereignisse mit Polystyrol-Fassadendämmung minimal
BT-Antwort-Anfrage.pdf
PDF-Dokument [51.7 KB]

Frankurter Feuerwehrchef zu Polystyroldämmung im Einfamilienhaus ab Minute 24:45

Leider - auch Alternativen brennen
In der Diskussion werden oft Hanf, Zellulose oder Holzweichfaserplatten als Alternativen zu Polystyrol empfohlen. Nur sind diese "normal entflammbar" und für höhere Gebäude nicht geeignet. Auch werden die ersten Brandfälle mit diesen noch seltener eingesetzten Dämmmaterialien an Einfamilienhäusern bekannt. Das spricht nicht gegen sie, sondern gegen den Bruderkampf eines Dämmstoffherstellers gegen den anderen.
schaden Holzweichfaser.pdf
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Feuerwehrbericht Berliner Brandfall 2005
Der Bericht des Leiters der Berliner Feuerwehr zeigt 2005 noch deutlich auf die hohen Brandlasten durch die Hartfaserplattenverkleidung auf allen Wänden und Decken hin. Allerdings fehlte schon damals die Gewichtung: In den 3 betroffenen Wohnungen brannte ein Hartfaserplatteninventar auf allen Decken und Wänden von 10.000 Liter Heizöläquivalent. Der Polystyroldämmstoff auf der Fassade entsprach nur rund 250 Litern Heizöl-Äquivalent.
Brandschutz Berliner Brandfall 2005.pdf
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Todesfalle Treppenhaus
Brennende hölzerne Treppenhäuser und dort abgestellte brennende Möbel und Hausrat fordern jährlich mehrere Tote in Deutschland. Das Problem wird aber gesellschaftlich nicht wahrgenommen, ein Phänomen.
Brandgefahr Treppenhaus.pdf
PDF-Dokument [792.2 KB]
Brand lesen - Vortrag
Brand lesen.pdf
PDF-Dokument [2.8 MB]